Auf nach Laos! Mit dem Slowboat nach Luang Prabang

Nachdem ich nun den Norden Thailands ausgiebig kennengelernt habe, geht es weiter ins Nachbarland: LAOS.
Ich entschied mich für das Slowboat, mit dem du zwei Tage lang auf dem Mekong Fluss unterwegs bist. Alternativ hätte es noch das Speedboat (braucht nur einen Tag) und den Bus gegeben. Doch das Slowboat schien mir als das beste Transportmittel, da man so die atemberaubende Landschaft betrachten kann und es eine günstige Variante ist. Ich zahlte für die zwei Tage Fahrt inkl einer Übernachtung 1700 Baht (ca 24€).

Da ich mich vor ein paar Tagen von meiner vorherigen Travelpartnerin getrennt habe (sie flog in den Süden) und ich daher ab jetzt alleine weiterreise, war ich sehr froh drei supernette deutsche Mädels in meinem Alter zu treffen. Wir buchten die Fahrt nach Laos zusammen und so hatte ich gute Gesellschaft.

Die Reise begann Donnerstag Abend mit einer turbulenten Busfahrt an die Grenze zu Laos. Vom Bergdorf Pai ging es nach 761 Kurven (jaaa wirklich!!) wieder runter ins Tal. Der Fahrer nahm die Kurven sehr ernst, „Safety first“ war sein Motto und daher hupte er bei jeder Kurve lautstark. Es war keine gewöhnliche Autohupe, sondern eher ein ständiger Wechsel zwischen Polizeisirene und lautem Krach. Schlafen war dann leider nicht mehr möglich, vor allem weil Backstreet Boys, Spice girls und andere „dont brake my heart“ Songs in Dauerschleife liefen. Nach 6 1/2 Stunden Fahrt, (wir hatten 1 1/2 Stunden Verspätung, und das ist noch wenig für Thailand) kamen wir dann in unserem Guesthouse an und sind sofort in den Schlaf gefallen.
Am nächsten Morgen, gewappnet mit einem Frühstück bestehend aus zwei Scheiben Toast und winzigem Rührei, ging es mit dem Geländewagen (wir saßen ca zu 10. auf der Lagefläche) zur Grenze. Passkontrolle, Fragebogen ausfüllen, Visa bekommen, 30$ zahlen. Alles lief glatt. Der seriöse Visa Beamte konnte uns ebenso nicht oft genug versichern wie „many beautiful“ wir wären.

Wir wurden zum Boot gefahren, welches mich ein bisschen an die Gondeln in Venedig errinnerte, nur eben viel länger und ein bisschen breiter. Es war ausgestattet mit Sitzen, die aussahen als hätte man sie aus einem Auto genommen und am Boot montiert.
Man saß also relativ bequem, aber trotzdem ziemlich eingequetscht in dem voll besetzten Boot (ca 70 Passagiere). Die Fahrt gestaltete sich gemächlich, doch so hatte man die Möglichkeit die krasse Dschungelwelt, die direkt am Ufer begann, zu betrachten. Teilweise tauchten mitten im Fluss Felsen und Sandbänke auf, ebenso wie am Ufer. Ich fühlte mich wirklich wie am anderen Ende der Welt, alles sah so ursprünglich und natürlich aus und ebenso sehr menschenverlassen. Während der 7 stündigen Fahrt sahen wir kaum Menschen, nur vereinzelt ein paar Holzhütten. Alles wirkte wie eine Filnkulisse zu LOST, mysteriös und abenteuerlich.

Abends machte das Boot Halt in einem 30 Häuser Dorf, wir suchten uns ein Zimmer, genossen die langersehnte Dusche und machten uns dann auf zum einzigen „Ressterong“ in town. Kaum saßen wir, bekamen wir 4 große Lao Bier und jeweils ein Shot selbst gebrautem Bananen-Whiskey auf den Tisch gestellt. Ebenso wurde uns ein „Happy-Shake“ aus Magic Mushrooms angeboten, wir lehnten aber ab, die Zeit dafür war noch nicht gekommen, und bestellten stattdessen Essen. Die Stimmung im Lokal war ziemlich locker, manche kifften, andere tanzten, wieder andere sangen, und manche alles gleichzeitig. Je später der Abend wurde desto lauter wurden dann auch die Gesänge und irgendwann sang das ganze Lokal zu „Hey Jude“ von den Beatles. Nanananaaa…

Nach diesem Abend schliefen wir tief und fest und erwachten am nächsten Morgen in aller Frische. Wir aßen Frühstück in einer Bäckerei, es gab Croissants und andere Leckereien, man merkte sofort die französichen Einflüsse des Landes. Leider war alles überteuert, ein Schokocroissant kostete umgerechnet ca 1,50€, doch man hatte keine andere Wahl als armer Tourist.
Als wir um 9 Uhr morgens ins Boot stiegen, hingen noch große Nebelwolken über dem Dschungel. Jetzt dachte ich erst recht an LOST. Die Fahrt unterschied sich nicht wesentlich von der gestrigen, außer das ein dezenter Weed Geruch uns ständig begleitete.

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